Förderung der Selbstständigkeit, Eigenaktivität und Lebensfreude

 

Was heißt das?

Wenn Kinder in unseren Kindergarten kommen, machen sie einen großen Schritt in die Selbstständigkeit und erhalten viele neue Impulse für ihre Entwicklung. Für viele der Kinder ist es eine ganz neue Erfahrung, sich ohne ihre Eltern in einer neuen Umgebung zurechtzufinden. Sie lernen andere Kinder und Erwachsene kennen und müssen sich in einer großen Gruppe zurechtfinden und ihren Platz suchen.

Auch wenn es uns nicht immer bewusst ist:

 

"Eines der wichtigsten Ziele unserer Erziehung ist die  
Selbstständigkeit unserer Kinder."

 

Schließlich müssen sie eines Tages für sich die alleinige Verantwortung übernehmen, sich selbst und die nächste Generation schützen und versorgen. Bis dahin vergehen zwar noch viele Jahre, aber Selbstständigkeit stellt sich nicht in einem bestimmten Alter automatisch ein. Sie ist vielmehr das Ergebnis eines langen Lernprozesses, der in der frühesten Kindheit einsetzt. Dieser Prozess besteht aus unzähligen kleinen Schritten und hat bereits begonnen, wenn die Kinder zum ersten Mal bewusst das Wort "Ich" benutzen und damit erkannt haben, dass sie eigene Personen sind.

 

Was bedeutet das für unsere Arbeit?

Test

 

Selbstständigkeit bedeutet Unabhängigkeit. Das heißt auch, dass Eltern ihre Kinder und auch wir als pädagogische Fachkräfte in unserem Kindergarten die von uns betreuten Kinder loslassen müssen. Natürlich geschieht das nicht abrupt und auch nicht im Sinne von fallen lassen, sondern allmählich und im Sinne von Freiraum gewähren. Die Erziehung zur Selbstständigkeit ist eine Gratwanderung: Es gilt, die Mitte zu finden zwischen überbehütendem Festhalten und plötzlicher Überforderung. Der Grad der Selbstständigkeit der Kinder beim Kindergartenstart ist sehr unterschiedlich. Wir schauen ganz individuell, welche Hilfe und Unterstützung das einzelne Kind in Bereichen wie Loslösung von den Eltern, Kontaktanbahnung und Orientierung in der Gruppe, aber auch bei ganz praktischen Dingen wie An- und Auskleiden, Frühstücken, Toilettengang, Aufräumen usw. benötigt. Die Befähigung des Kindes in die Selbstständigkeit und die schrittweise Entlassung in die Eigenverantwortlichkeit stehen in einem engen Zusammenhang.

Durch vielschichtige Forder- und Förderangebote bringen wir den Kindern viel Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten bei. Wenn sie dann aber keine Gelegenheit haben, ihr Können eigenständig anzuwenden und für sich etwas daraus zu machen, nützt ihnen das Erlernte nur wenig.

Für unsere Arbeit bedeutet das, dass wir den Kindern immer wieder neue Erfahrungsräume eröffnen, in denen sie sich und ihr Können erproben und beweisen, neue Aufgaben und Herausforderungen annehmen und so ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten üben, festigen und weiterentwickeln. Außerdem erfahren sie so ihre Grenzen, was zu neuem Lernen motivieren kann.

Ohne Möglichkeiten zu solchen eigenen Erfahrungen in verschiedensten Bereichen und zur selbstständigen und produktiven Bewältigung von Aufgaben können die Kinder keine eigenständige Persönlichkeit entwickeln. Ebenfalls entscheidend für die Selbstständigkeit der Kinder ist, dass wir ihnen bei der Bewältigung ihres Kindergartenalltags etwas zutrauen. Dazu gehört, dass sie sich den Kakao selber eingießen, mit einem Küchenmesser Obst schneiden, mit brennenden Kerzen schöne Wachskunstwerke erschaffen und vielleicht auch mal ohne Erwachsene draußen spielen können. Dazu gehört aber auch, dass sie in Konflikten eigenständige Lösungen finden und eigene Entscheidungen treffen und die entsprechenden Konsequenzen tragen. Eine transparente, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist hier natürlich besonders wichtig.