Emotionale Kompetenzen

 

Was heißt das?

Wenn Menschen Gefühle ausdrücken, bauen sie Beziehungen zu anderen auf, versuchen diese aufrechtzuerhalten, zu verändern oder abzubrechen. Diese Art der emotionalen Kommunikation setzt eine Reihe verschiedener Fertigkeiten voraus, die zusammen als „emotionale Kompetenz“ bezeichnet wird. Hierzu gehören vor allem die Fähigkeiten, sich seiner eigenen Gefühle bewusst zu sein, Gefühle mimisch oder sprachlich zum Ausdruck zu bringen und eigenständig zu regulieren sowie die Gefühle anderer Personen zu erkennen und zu verstehen. Zu lernen, mit den eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer umzugehen, ist eine bedeutende Entwicklungsaufgabe der frühen Kindheit. Das Gelingen stellt für die spätere Alltags- und Lebensbewältigung eine wichtige Voraussetzung dar.

 

Was bedeutet das für unsere Arbeit?

Test

 

In den ersten 6 Lebensjahren verändern und erweitern sich die emotionalen Fertigkeiten von Kindern beträchtlich. Zu den Bereichen, in denen Kinder Fertigkeiten im Umgang mit Gefühlen ausbilden und weiterentwickeln, gehören:

 

  1. der eigene mimische Emotionsausdruck
  2. das Erkennen des mimischen Emotionsausdrucks anderer Personen
  3. der sprachliche Emotionsausdruck
  4. das Emotionswissen und -verständnis
  5. die selbstgesteuerte Emotionsregulation

 

Uns ist bei der Arbeit im Kindergarten und in Zusammenarbeit mit dem Elternhaus daher sehr wichtig, dass die Kinder einen Spiel- und Lebensraum erhalten, in dem sie ihre emotionalen Kompetenzen erfahren, vertiefen und ausbauen können. Auf folgende Punkte legen wir daher in unserer Einrichtung beim Umgang miteinander und in unserer Rolle als Vorbilder großen Wert:

  • dass Kinder sich ihrer eigenen Gefühle bewusst werden
  • dass sie ihre verschiedenen Gefühle benennen und voneinander unterscheiden können
  • dass sie eigene Gefühle mimisch und sprachlich ausdrücken können
  • dass sie die Gefühle anderer erkennen, nachvollziehen und verstehen können
  • dass sie sich in die Gefühle anderer Menschen hineinversetzen können
  • dass die Kinder die Erfahrung machen, dass alle Gefühle - auch negative - ihre Berechtigung haben und mitgeteilt werden dürfen und sollen; sie werden nicht bewertet.

 

Wir können im alltäglichen Umgang der Kinder miteinander und mit uns beobachten, dass die oben genannten Fähigkeiten ganz wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung eines angemessenen Sozialverhaltens sind. Auch zahlreiche Studien zeigen, dass Kinder, die emotional kompetent sind, bessere soziale Fertigkeiten zeigen, von Gleichaltrigen eher akzeptiert werden und unter Gleichaltrigen einen höheren sozialen Status haben. Auch für die spätere schulische Entwicklung sind emotionale Kompetenzen nachweisbar von großer Bedeutung.