Inklusion

 

Was heißt das?

Schon seit 1990 arbeitet unser Kindergarten „inklusiv“ - die gemeinsame Förderung von Kindern mit und ohne Sonderförderbedarf ist im Laufe der Jahre zu einem wesentlichen Schwerpunkt unserer pädagogischen und konzeptionellen Arbeit geworden. In erster Linie ist in unserer Einrichtung hierfür eine Heilpädagogin als Fachkraft für Inklusion zuständig - das integrative Konzept wird aber vom gesamten pädagogischen Team, Eltern und Kindern mit Begeisterung gelebt und getragen.

Grundgedanke unserer inklusiven Arbeit ist, die Lebenssituation und das soziale Umfeld von Kindern mit Sonderförderbedarf zu berücksichtigen und in den Kindergartenalltag einzubeziehen. Die gemeinsame Erziehung ermöglicht und unterstützt das “Zusammenleben“ unterschiedlichster Kinder unabhängig von irgendwelchen häufig stigmatisierenden Leistungsfähigkeiten oder anderen aus der Norm fallenden Schwierigkeiten und Förderbedürfnissen.

 

Was bedeutet das für unsere Arbeit?

Das Konzept der Inklusion wird im Kindergarten der Eltern-Kind-Gruppe konsequent ver-folgt.

Im Alltag bedeutet dies:

  • den Tagesablauf so zu gestalten, dass er allen Kindern der Gruppe gute Orientierung und den nötigen Rahmen und Halt für eine positive Entwicklung bietet
  • die räumlichen Bedingungen und Strukturen möglichst barrierefrei und auch den Bedürfnissen von Kindern mit Sonderförderbedarf gerecht zu gestalten
  • den Kindern für das gemeinsame Spiel im Kindergarten Materialen aus Regel- und Sonderpädagogik anzubieten
  • Angebote so zu gestalten, dass jedes Kind seinen Fähigkeiten/Möglichkeiten entsprechend teilnehmen kann
  • Kindern mit Sonderförderbedarf eine entsprechende Begleitung für die Bewältigung der Aufgaben des täglichen Lebens und die Teilnahme an Angeboten zu bieten

 

Test

Einen weiteren wichtigen Baustein in diesem Zusammenhang bildet die Kooperation mit allen an der Förderung des Kindes Beteiligten: Eltern, Therapeuten, Ärzten und Pädagogen. Im regelmäßigen Austausch (runder Tisch) mit allen Beteiligten werden Förderschwerpunkte für die Kinder entwickelt und dann gemeinsam umgesetzt. Bei Bedarf können auch gezielte Therapieangebote wie Frühförderung o. ä. im Kindergarten durchgeführt werden.

Auch der Übergang in die Grundschule wird durch den Kindergarten intensiv begleitet. Gemeinsam mit den Eltern, Therapeuten und auch den in Frage kommenden Schulen wird der geeignete zukünftige Förderort für das Kind gesucht und entsprechend beantragt. Diese enge Vernetzung zwischen allen Beteiligten bietet den Kindern die bestmöglichen Entwicklungschancen und ist daher für unsere Arbeit unerlässlich.

Wann immer möglich, findet die Förderung der integrativ betreuten Kinder innerhalb des laufenden Gruppengeschehens statt. Grundsätzlich arbeiten wir nicht defizitorientiert, sondern orientieren uns an den Stärken und Bedürfnissen der Kinder. Individuelle Entfaltungs- und Fördermöglichkeiten unterstützen die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, ihrem Selbstbewusstsein und ihrem eigenständigen Handeln - dies gilt selbstverständlich für alle Kinder unserer Einrichtung!

Mit diesen Rahmenbedingungen hat jedes Kind seinen Platz in unserer Gemeinschaft - alle Kinder bereichern sich in der Vielschichtigkeit ihrer Fähigkeiten und Bedürfnisse und in ihrer individuellen Persönlichkeit. Sie lernen eigene Stärken und Schwächen kennen, die es positiv anzunehmen gilt. Davon profitiert nicht nur der Einzelne, sondern die Gemeinschaft. Die Sensibilität für einander wird geweckt und die Kinder entwickeln Verständnis und Toleranz.

Inklusion bedeutet Annehmen und Akzeptieren, aber auch angenommen und akzeptiert zu werden. Diese Erfahrungen ermöglichen den Kindern unserer Einrichtung, jetzt und auch in Zukunft den gemeinsamen Umgang mit Menschen mit unterschiedlichsten Vorausset-zungen als Normalität des Alltags zu erlernen und zu akzeptieren.