Sprachliche Kompetenzen

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Was heißt das?

Sprache und Sprechen helfen dem Kind, seine Umwelt zu begreifen und durch Sprache verfügbar zu machen. Sprachförderung ist ein zentraler Bereich der frühen Bildung, da sprachliche Fähigkeiten grundlegend sind für die Bildungslaufbahnen von Kindern und damit für ihre späteren Lebenschancen.

Sprachförderung ist eine Voraussetzung für Chancengleichheit – insbesondere mit Blick auf den Übergang in die Grundschule. Eine sprachliche Förderung muss deshalb in der frühen Kindheit beginnen und ist für alle Kinder wichtig. Dass gerade kleine Kinder aufnahmebereit und aufnahmefähig besonders in Bezug auf Sprachförderung sind, ist zwar keine neue Erkenntnis, hat aber erst in den vergangenen Jahren immer mehr Bedeutung in der pädagogischen Vorschularbeit bekommen.

In den ersten Lebensjahren sind primär die Familien prägend für den Erwerb der eigenen Sprache, mit zunehmendem Alter gewinnt allerdings immer mehr das soziale Umfeld der Kinder außerhalb der Familie an Bedeutung für den Ausbau der kommunikativen Fähigkeiten. Daher ist ein besonderer Schwerpunkt der Bildungsarbeit in unserem Kindergarten, die Kinder in ihrer Sprachentwicklung individuell zu fördern und zu unterstützen.

 

Was bedeutet das für unsere Arbeit?

Kinder kommen mit den unterschiedlichsten kommunikativen Kompetenzen in unseren Kindergarten. Bei einzelnen Kindern stellt sich dann die Frage, ob unsere allgemeine Sprachförderung im Kindergarten ausreichend ist oder eine zusätzliche Maßnahme wie z. B. Logopädie eventuell sinnvoll und notwendig wäre. Daher ist für eine verantwortungsvolle Arbeit unsererseits zunächst das Wissen um eine normale Sprachentwicklung, das Erkennen von Zusammenhängen mit anderen Entwicklungsbereichen und die Möglichkeit der Beobachtung und Einschätzung kindlicher Sprachleistung wichtig.

Aber auch die Beratung der Eltern und die Kooperation mit Fachärzten und therapeutischen Praxen sind für eine optimale Unterstützung der Kinder entscheidend. Jährlich führen wir verschiedene Screenings zur Sprachentwicklung mit den Kindern der unterschiedlichen Altersklassen durch. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt findet zunächst ein Screening für dreijährige Kinder statt. Hier werden Wortschatz und Aussprache überprüft. Sollten hier Auffälligkeiten festgestellt werden, können die Eltern frühzeitig Kontakt zu einem Logopäden aufnehmen. Des weiteren führen wir in unserer Einrichtung die Sprachstandserhebung (Delfin 4) mit den altersentsprechenden Kindern in Kooperationen mit dem Schulamt und den örtlichen Grundschulen durch. Dieses Verfahren überprüft schwerpunktmäßig den Wortschatz und die Grammatik. Sollte hier ein Förderbedarf festgestellt werden, findet nachfolgend eine gezielte Förderung im Kindergarten statt.

Außerdem sind mehrere Mitarbeiter unserer Einrichtung ausgebildet, das Bielefelder Screening zur Feststellung einer eventuell angelegten Lese-Rechtschreibschwäche mit den Vorschulkindern durchzuführen. Auch dieses findet jährlich statt. Das dazugehörige Förderprogramm Hören-Lauschen-Lernen führen wir anschließend bei Bedarf durch. Hiermit haben wir in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht. Sprachförderung findet bei uns möglichst unauffällig im laufenden Geschehen unseres Kindergartenalltags statt.

 

Gute Rahmenbedingungen sind unerlässlich:
Kleine Gruppen, regelmäßige Angebote, ausreichend Zeit

 

Durch unsere Ein-Gruppen-Struktur und unsere gute personelle Besetzung finden täglich regelmäßige Angebote und Kleingruppenarbeiten in unserem Kindergarten statt und bilden den Rahmen der Förderung. Kleingruppen bieten die Möglichkeit, individuell auf die Fähigkeiten und Fortschritte der Kinder einzugehen und ermöglichen den Kindern, die mehr Zeit brauchen, zu Wort zu kommen. Für alle Kinder, insbesondere aber für Kinder mit Sprachstörungen oder anderen Entwicklungsverzögerungen sind klare, äußere Strukturen hilfreich und notwendig, damit innere Strukturen auf- und ausgebaut werden können. Hierzu gehören gegliederte Tagesabläufe mit festen Elementen wie Morgenrunde mit Erzählkreis, Frühstück, Freispiel, Rituale, Regeln, usw... Durch spezielle Angebote oder eine gut vorbereitete Umgebung fördern wir das Sprachvermögen und die Sprechfreude der Kinder. Melodiöse, rhythmische und kontrastreiche sprachliche Angebote sind für die Kinder sehr motivierend und unterstützen die Aktivierung basaler sprachlicher Kompetenzen. Hierzu gehören Lieder, Reime, Abzähl- und Fingerspiele, sprachlich begleitete Bewegungsspiele, Hörspiele, Rollenspiele, Bilderbücher und Geschichten vorlesen und erzählen...

Ganz entscheidend für eine positive Sprachkultur ist natürlich unsere Vorbildfunktion als Erwachsene:

 

  • langsam und deutlich sprechen
  • eigenes Handeln sprachlich begleiten
  • Fehler des Kindes beiläufig durch richtiges Vorbild richtig stellen
  • Wortschatz verwenden, der dem Entwicklungsstand leicht vorauseilt
  • Satzstrukturen verwenden, die dem Entwicklungsstand leicht vorauseilen
  • Sprache als Mittel zur Kommunikation bevorzugen
  • auf sprachliche Ansprache sofort reagieren
  • Aufmerksamkeit auf das Sprechen mit dem Kind ausrichten