Der Kindergarten der Eltern-Kind-Gruppe ist der älteste inklusiv arbeitende Kindergarten im Ortsteil Nottuln. Er besteht aus nur einer Gruppe mit ca. 20 Kindern im Alter von zwei Jahren bis zum Schuleintritt. Sie werden von einem pädagogischen Team, bestehend aus Fachkräften, einer Heilerziehungspflegerin und einer Praktikantin/einem Praktikanten im Berufsanerkennungsjahr betreut.
Ein Schwerpunkt und wichtiger Teil unserer Arbeit ist die Inklusion von Kindern mit besonderem Förderbedarf. Hierbei ist die ständige Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und die zielgerichtete Weiterbildung unseres Teams selbstverständlich.
Dem Team steht für die Arbeit mit den Kindern ein vereinseigenes Haus mit Garten (der in absehbarer Zeit vergrößert wird) und Spielplatz zur Verfügung. Das großzügige und vollkommen ebenerdige Gebäude bietet neben einem großen Gruppenraum auch eine kleine Turnhalle, eine Werkstatt, einen Rollenspielbereich, eine Küche und ein Traumzimmer. Das Raumangebot begünstigt die Kleingruppenarbeit ebenso wie die inklusive Arbeit.
Der Kindergartenarbeit liegt ein pädagogisches Konzept zu Grunde, das auf dem „situativen Ansatz“ fußt. Dieser Ansatz verlangt von den pädagogischen Fachkräften nicht nur, jedes einzelne Kind und seine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Es erfordert auch, sich immer wieder neu auf die Fähigkeiten, den Entwicklungsstand und die individuelle Situation einzustellen.
Es wird nicht alles im Voraus geplant und in ein starres Konzept gezwängt, sondern die Tage pädagogisch fundiert mit Leben gefüllt. Dies beinhaltet Angebote wie z.B. begleitetes freies Spielen, Bewegungsangebote/Sport, musikalische Erziehung, Einsätze der Kita-Hunde, Holzarbeiten in der kleinen Werkstatt oder "auf'm Bau", vielseitige Projektarbeiten, erlebnisreiche Waldwochen, gemeinsames Kochen, vorschulische Kleingruppenarbeit zur Stärkung der Vorfreude und Ich-Kompetenz und vieles, vieles mehr.
Unser Grundgedanke
Wollen wir eine Aussage über unsere Arbeit mit Kindern machen, so müssen wir uns zuerst einmal darüber im Klaren sein, wie wir Kinder sehen. Jede Aussage über Erziehung enthält eine Aussage über das Bild eines Erwachsenen von einem Kind und seinem Verhältnis zu diesem.
Wie also sehen wir Kinder in der Eltern-Kind-Gruppe und welche Auswirkungen hat dies auf unsere Arbeit mit ihnen?
Im Sinne der Menschenbildannahme eines Kindes sehen wir Kinder als:
... denn jedes Kind will sich entwickeln und hat dabei sein individuelles Tempo. Was es dazu braucht, sind Begleiter auf seinem Weg, die ihm Sicherheit, Raum und Zeit bieten, ihr Umfeld zu begreifen. In diesem Sinne sehen wir uns als Begleiter der Kinder auf ihrem Weg, sich die Welt zu erobern.
Ausgehend davon bildet der situations- und kindorientierte Ansatz die Grundlage unserer Arbeit im Kindergarten. Dabei fließen Elemente verschiedener pädagogischer Ausrichtungen/Konzepte wie der Montessori-Pädagogik, der Reggio-Pädagogik und der Waldorf-Pädagogik in unsere Arbeit mit den Kindern ein.
Im Vordergrund steht für uns dabei immer, die Kinder ganzheitlich und individuell wahrzunehmen und sie ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprechend zu fördern und zu fordern. Im Folgenden stellen wir die zentralen Bildungsbereiche vor, in denen die Kinder in unserer Einrichtung Kompetenzen erlangen können.
"Bildung beschreibt das Bemühen um die Ausbildung
aller persönlicher Kräfte eines Menschen zu einem
harmonischen Ganzen."
(W. von Humboldt)
Wenn Kinder in unseren Kindergarten kommen, machen sie einen großen Schritt in die Selbstständigkeit und erhalten viele neue Impulse für ihre Entwicklung. Für viele der Kinder ist es eine ganz neue Erfahrung, sich ohne ihre Eltern in einer neuen Umgebung zurechtzufinden. Sie lernen andere Kinder und Erwachsene kennen und müssen sich in einer großen Gruppe zurechtfinden und ihren Platz suchen.
Auch wenn es uns nicht immer bewusst ist:
"Eines der wichtigsten Ziele unserer Erziehung ist die
Selbstständigkeit unserer Kinder."
Wenn Menschen Gefühle ausdrücken, bauen sie Beziehungen zu anderen auf, versuchen diese aufrechtzuerhalten, zu verändern oder abzubrechen. Diese Art der emotionalen Kommunikation setzt eine Reihe verschiedener Fertigkeiten voraus, die zusammen als „emotionale Kompetenz“ bezeichnet wird. Hierzu gehören vor allem die Fähigkeiten, sich seiner eigenen Gefühle bewusst zu sein, Gefühle mimisch oder sprachlich zum Ausdruck zu bringen und eigenständig zu regulieren sowie die Gefühle anderer Personen zu erkennen und zu verstehen. Zu lernen, mit den eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer umzugehen, ist eine bedeutende Entwicklungsaufgabe der frühen Kindheit. Das Gelingen stellt für die spätere Alltags- und Lebensbewältigung eine wichtige Voraussetzung dar.
"Freunde sind für Menschen jeden Alters eine entscheidende Quelle der Zufriedenheit und des Glücks und stellen somit einen wesentlichen Faktor für Lebensqualität dar. Wer sich auf gute Freunde verlassen kann, kommt besser durchs Leben!"
Schon seit 1990 arbeitet unser Kindergarten „inklusiv“ - die gemeinsame Förderung von Kindern mit und ohne Sonderförderbedarf ist im Laufe der Jahre zu einem wesentlichen Schwerpunkt unserer pädagogischen und konzeptionellen Arbeit geworden. Das integrative Konzept wird vom gesamten pädagogischen Team, Eltern und Kindern mit Begeisterung gelebt und getragen.
"... denn Demokratie ist ein lebenslanges Projekt, das nie beendet ist."
Was heißt das?
Kinder lernen Demokratie, indem sie erleben, als einzigartiges Individuum in der Gemeinschaft wahrgenommen und anerkannt zu werden. Sie eignen sich Kompetenzen für ein demokratisches Zusammenleben an, wenn sie ihren Bedürfnissen, Interessen und Vorstellungen durch Aushandlungsprozesse in einem grundsätzlich gleichberechtigten Miteinander Raum und Beachtung verschaffen können. Sie wachsen in eine demokratische Alltagsstruktur hinein, indem sie ihr Recht ausleben, sich an der Gestaltung des alltäglichen Zusammenlebens zu beteiligen und an den wichtigen Entscheidungen mitzubestimmen.
Unter kognitiven Kompetenzen werden verschiedene Fähigkeiten eines Menschen zusammengefasst, wie:
... also die Fähigkeit, sein Umfeld gedanklich zu erfassen und zu verstehen.
In unserer heutigen Gesellschaft wird der Kognition viel Bedeutung zugemessen. Sie bildet jedoch auch "nur" einen Teilbereich des kindlichen Lernens und kann sich als solcher auch nur im Zusammenspiel mit allen anderen Kompetenzen gut entwickeln.
Die Motorik ist die Fähigkeit des Körpers, sich kontrolliert zu bewegen, d. h. die Gesamtheit der vom Zentralnervensystem kontrollierten Bewegungen des Körpers im Gegensatz zu den unwillkürlichen Reflexen des Körpers. Es wird unterschieden zwischen Grobmotorik (z. B. Reaktionsgeschwindigkeit, Körper- und Gliederstärke, Bewegungskoordination) und Feinmotorik (z. B. Mimik, Fingergeschicklichkeit). Diese beschreibt also die der Bewegung zugrunde liegenden Prozesse. Kinder erschließen sich ihre Welt durch Bewegung. Durch Bewegung lernen sie auch sich selbst und ihre körperlichen Fähigkeiten kennen, können ihre Lebensfreude ausdrücken und bekommen einen Anreiz zur Entwicklung und zum Lernen.
Kinder gewöhnen sich im Zeitalter von Fernsehen, Computerspielen und komplexen Spielen ans Konsumieren. Es fehlt ihnen dadurch oft an eigenen Ideen und die eigene Kreativität hat keinen Platz mehr, sich zu entfalten. Dabei ist gerade die Kreativität neben dem Sprechen die wichtigste Ausdrucksmöglichkeit für Kinder.
Grundsätzlich verfügen Kinder nicht nur über einen großen Schatz an Kreativität, sondern haben auch durch ihre Offenheit, Neugier und Spontanität die besten Voraussetzungen zur Entfaltung dieser Fähigkeit. Deswegen sollten sie möglichst früh in der Entwicklung ihrer Kreativität unterstützt und gefördert werden.
Sprache und Sprechen helfen dem Kind, seine Umwelt zu begreifen und durch Sprache verfügbar zu machen. Sprachförderung ist ein zentraler Bereich der frühen Bildung, da sprachliche Fähigkeiten grundlegend sind für die Bildungslaufbahnen von Kindern und damit für ihre späteren Lebenschancen.
"Denn wer die Möglichkeit erhält, seine Umwelt und sich selbst als Teil von ihr zu begreifen und die Natur mit allen Sinnen zu erleben, wird ein positives Umweltbewusstsein entwickeln."
Für Kinder gehören Tiere zum Leben, sie erleben sie als Spielgefährten, Freunde, Beschützer, Spaßmacher und erfüllen einen Teil des kindlichen Bedürfnisses nach körperlicher Nähe und Geselligkeit. Tiere haben Zeit, schicken Kinder nicht weg, sind da, widersprechen nicht, schimpfen nicht, haben keine schlechte Laune, sind Geheimnisträger und gute Zuhörer, sind ehrlich, akzeptieren die Kinder ohne Bedingungen, wollen nicht erziehen, stellen keine Fragen und bieten Schutz und Sicherheit.
Unter "tiergestützter" Pädagogik verstehen wir sämtliche Maßnahmen, bei denen pädagogische Ziele mit Hilfe von Tieren umgesetzt werden.
Eltern- Kind- Gruppe Nottuln e.V.
Rudolf- Habig- Straße 22a
48301 Nottuln
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